Kaltplasma-Aerosol in der modernen Wundversorgung: Integration eines neuen Behandlungsschritts.
Die moderne Wundversorgung entwickelt sich zunehmend in Richtung standardisierter, biologisch aktiver Therapiekonzepte, die mikrobiologische Last reduzieren und regenerative Prozesse gezielt unterstützen. Kaltplasma-Aerosol (Cold Atmospheric Plasma-Aerosol; CAP-A) nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird Cold Atmospheric Plasma-Aerosol zunehmend als integraler Bestandteil strukturierter Wundbehandlungsabläufe diskutiert. Ein neuer zweiter Behandlungsschritt nach der initialen Wundreinigung kündigt sich an. PLASMO®HEAL PRO basiert als Medizinprodukt auf dieser neuen Technologie und wird bei Wunden, Infektion, Inflammation und Infektionsprohylaxe eingesetzt.
Kaltplasma in der modernen Wundversorgung.
Kaltplasma (Cold Atmospheric Plasma; CAP) bezeichnet ein teilweise ionisiertes Gas bei nahezu Raumtemperatur, das ein breites Spektrum reaktiver Sauerstoffspezies (Reactive Oxygen Species; ROS), geladener Teilchen sowie elektromagnetischer und ultravioletter Strahlung enthält. Diese Komponenten wirken synergistisch auf mikrobiologische Strukturen und biologische Gewebeprozesse. [1]
In der klinischen Anwendung wird Kaltplasma in unterschiedlichen Applikationsformen genutzt, darunter direktes Kaltplasma (Cold Atmospheric Plasma; CAP) sowie die Weiterentwickeltung des aerosolbasierten Systems Kaltplasma-Aerosol (Cold Atmospheric Plasma-Aerosol; CAP-A). Kaltplasma und Aerosol fusionieren hierbei zu Kaltplasma-Aerosol. Letzteres soll eine gleichmäßigere und großflächigere Behandlung ermöglichen. Ziel ist nicht nur die Reduktion der Keimlast, sondern auch ein positiver Einfluss auf zelluläre Prozesse wie die Geweberegeneration.
Typische Anwendungsbereiche in der modernen Wundmedizin umfassen insbesondere:
- chronische Wunden (z. B. Ulcus cruris, diabetisches Fußulkus).
- infizierte oder kritisch kolonisierte Wunden.
- postoperative Wundheilungsstörungen.
- Wunden mit eingeschränkter Mikrozirkulation.
Die Wundtherapie folgt heute zunehmend strukturierten Algorithmen. Klassisch umfasst sie Reinigung, Debridement, antiseptische Maßnahmen und moderne Wundauflagen. Kaltplasma-basierte Verfahren werden in diesem Kontext als ergänzende physikalische Therapieform verstanden, die unmittelbar an die initiale Wundvorbereitung anschließt.
Die Effekte der Integration in die moderne Wundversorgung.
Die wissenschaftliche Evidenz für Kaltplasma in der Wundbehandlung ist insbesondere im Bereich chronischer Wunden gut dokumentiert. Klinische Studien zeigen eine signifikante Verbesserung der Reduktion mikrobieller Belastung sowie mikrozirkulatorischer Parameter nach Anwendung. So konnte beispielsweise eine Zunahme der tiefen kapillären Durchblutung sowie eine verbesserte Gewebeoxygenierung nachgewiesen werden. [2] Diese Effekte führen insgesamt zu einer beschleunigten Reorganisation der Wundheilungsphasen, insbesondere in der Proliferationsphase. [3]
IIm Kontext von Cold Atmospheric Plasma-Aerosol wird zusätzlich diskutiert, dass die aerosolbasierte Applikation eine verbesserte Penetration in komplexe Wundgeometrien ermöglichen kann. Dies ist insbesondere bei tiefen, unregelmäßig konturierten oder exsudativen Wunden von Bedeutung, bei denen klassische Applikationsformen limitiert sein können. Vor dem Hintergrund der aktuellen Evidenzlage werden Cold Atmospheric Plasma und Cold Atmospheric Plasma-Aerosol zunehmend nicht mehr als additive Option, sondern als strukturell integrierter Bestandteil moderner Wundversorgungsabläufe betrachtet.
Wie Kaltplasma-Aerosol sinnvoll integriert werden kann.

Die Integration von Cold Atmospheric Plasma-Aerosol in bestehende Behandlungsabläufe der Wundversorgung folgt einem klaren therapeutischen Prinzip: Nach der initialen mechanischen und antiseptischen Wundvorbereitung stellt Kaltplasma-Aerosol einen standardisierten zweiten Schritt dar, der die biologische Aktivierung des Wundmilieus adressiert. Die feinen Partikel bleiben sprichwörtlich auf dem Behandlungsareal liegen. Diese Positionierung verspricht eine Kombination aus mikrobiologischer Wirksamkeit und Verbesserung der Mikrozirkulation. Die weitere Wundversorgung erfolgt im Anschluss.
Zukünftig ist zu erwarten, dass Kaltplasma-Aerosol stärker in leitlinienorientierte Behandlungpfade integriert wird, insbesondere im Bereich chronischer und therapieresistenter Wunden. Parallel dazu wird die weitere Präzisierung von Applikationsparametern (Dosis, Zeit, Frequenz, Abstandssysteme) entscheidend sein, um eine reproduzierbare klinische Wirksamkeit sicherzustellen.
Insgesamt zeigt sich dieser zweite Behandlungsschritt als technologisch und biologisch vielversprechender Baustein einer modernen, multimodalen Wundtherapie, der zunehmend als fester Bestandteil strukturierter Behandlungskonzepte verstanden wird.
Über Zweckbestimmung und Anwendung eines konkreten Produkts entscheidet dessen Zulassung. Human- und veterinärmedizinische Therapien sind unabhängig von diesem Artikel in Absprache mit dem verantwortlichen medizinischen Fachpersonal zu treffen. Dieser Artikel stellt keine Heil- oder Therapieaussage dar. Genannte Wirkungen beziehen sich auf Studien unter geprüften, standardisierten Bedingungen. Diese Übersichtsseite zur aktuellen Forschung mit Cold Atmospheric Plasma-Aerosol (CAP-A) dient ausschließlich zu Informationszwecken und erläutert unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse.
[1] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1155/2019/3873928
Plasma Medicine: Applications of Cold Atmospheric Pressure Plasma in Dermatology. Oxidative Medicine and Cellular Longevity.
[2] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/micc.12754
A single application of cold atmospheric plasma (CAP) improves blood flow parameters in chronic wounds. Microcirculation.
[3] https://journals.bioscientifica.com/rem/article/2024/1/e230026/26324/Cold-atmospheric-plasma-CAP-in-wound-healing
Cold atmospheric plasma (CAP) in wound healing: harnessing a dual-edged sword. Redox Exp Med.






